Die Geschichte der Rollstuhlbasketballer der BSG

 

Rollstuhl Basketball in Duisburg, eine Sportart mit langer Tradition.

 

Im Jahre 1965 gründete sich die Behinderten-Sportgemeinschaft für Rollstuhlfahrer Duisburg - Buchholz e.V.. Die Gründungsmitglieder waren allesamt Menschen mit einer Querschnittlähmung die in der BG Unfallklinik Duisburg behandelt worden waren. Angetrieben durch das persönliche Engagement von Ärzten und Pflegekräften unternahmen diese Sportler erste Gehversuche im Rollstuhlsport.

 

Anregungen und Informationen über den Sport kamen aus England. Dort lebte und praktizierte zu dieser Zeit ein gewisser Sir Ludwig Guttmann. Guttmann praktizierte in einer Klinik für Menschen mit Querschnittlähmung. Er hatte durch Studien erkannt, das Bewegung und Sport seinen Patienten gut getan hat und die Fitness (gute Physis) erhalten blieb. Neben körperliche Stärkung erfuhren die Sportler auch eine Steigerung des Selbstwertgefühls. Die Betätigung war rundum positiv zu werten.

 

Aus den USA schwappte dann das Basketballspiel aus dem Rollstuhl nach Europa rüber. Der Vietnamkrieg hatte leider viele Menschen mit Behinderung zurückgelassen. Unter diesen Veteranen waren viele "Basketball - Verrückte" zu finden, die unbedingt Ihren Sport wieder spielen wollten. Also passte man das Regelwerk den Bewegungsanforderungen eines Rollstuhlfahrers an, ließ aber die meisten Regeln unberührt.

 

Duisburg gehörte hierzulande zu den Pionieren im ,,neuen" Sport! Inspiriert durch England und Amerika gab es endlich eine Mannschafts - Ballsportart für Rollis. Häufig fuhr die Duisburger Mannschaft zu Freundschafts- und Lehrspielen in die Niederlande. Ihren ersten Trainer hatten sie aus dem Dortmunder Raum geholt. Zur gleichen Zeit gründeten sich in Deutschland immer mehr neue Mannschaften. Bald gab es erste Turniere, bei denen die Duisburger schon sehr erfolgreich waren. Die Niederländer waren zu dieser Zeit in Europa herausragende Klasse. Ein Trainer aus dem Nachbarland brachte die BSG Mannschaft dann gehörig nach vorne. Die ersten Turniere um Meisterehren standen an und Duisburg spielte oben mit.

 

Anfang der 80er Jahre wurden somit die Ligen gegründet und Duisburg wurde zum Serienmeister. Mit dem sechsten und letzten Meistertitel 1991 endete diese Tradition.

In 1991 errang die BSG als erste Deutsche Mannschaft einen europäischen Pokal vergleichbar mit dem UEFA Cup im Fußball. In den Jahren zuvor gewannen die Mannen von Rhein und Ruhr zwei mal den Supercup.

 

Zusätzlich sind etliche Nationalspieler dem Duisburger Team in vielen Epochen entsprungen. Der Letzte ist der heutige Trainer der Mannschaft. Er war damit auch am bisher größten Erfolg der Nationalmannschaft, dem Gewinn der Silbermedaille bei den Paralympischen Spielen 1992 beteiligt.

 

Ab 1991 war mit dem Amerikaner Ed Owen einer der besten Rollstuhlbasketballer als Trainer in Duisburg tätig. Ed führte die Mannschaft zum letzten Meistertitel und den Gewinn des Eurocup. Die Entwicklung des Sports war immer auch verbunden mit der Zunahme von Professionalität.

Nach den Paralympischen Spielen 1992 gab es die ersten deutschen Profisportler, diese Entwicklung konnte Duisburg wegen fehlender Sponsorengelder nicht mitgehen. Die sportlichen Erfolge nahmen in dem Maße ab, wie sich der Altersdurchschnitt der Mannschaft erhöhte. Es folgte der erste Abstieg aus der Bundesliga.

Ende der 90er Jahre klappte es nochmal mit dem Aufstieg in die Eliteliga. Einige junge Spieler hatten wieder den Weg nach Duisburg gefunden und brachten den sportlichen Erfolg zurück. Wieder waren es massive Geldprobleme die dieses Team 2002 endgültig platzen ließ. Über Nacht stand den Verantwortlichen keine bundesligataugliche Mannschaft mehr zur Verfügung. In den Jahren danach folgten ein sportlicher Niederschlag dem nächsten.

 

In den letzten Jahren ist es der BSG gelungen wieder eine schlagkräftige Mannschaft, bestehend aus erfahrenen, ehemaligen Nationalspielern und jungen, erfolgshungrigen Spielern zusammen zu stellen.

Den Duisburgern gelang in den letzten Jahren der Durchmarsch von der Landesliga 2013/14 über die Oberliga 2014/15 bis in die Regionalliga. 2016 mussten wir die Regionalliga leider auf Grund von Spielermangel aufgeben und fangen mit einem jungen, dynamischen Team wieder neu in der Landesliga an.